Meine Geschichte beginnt früh und war alles andere als einfach. Seit ich 6 Jahre alt war, wurde ich von Kinderheim zu Wohngruppe und wieder zurückgeschoben. Ich hatte nie ein dauerhaftes Zuhause, keine echte Familie, und musste früh lernen, auf mich allein gestellt zu sein. Diese Einsamkeit hat mich geprägt – ich fühlte mich oft unsicher, verlassen und anders als die anderen Kinder.
Während meiner Jugend habe ich viele Fehler gemacht. Ich habe mich strafbar gemacht – Sachbeschädigung, Diebstahl, Körperverletzung, Brandstiftung, sogar ein versuchter Amoklauf. Rückblickend weiß ich, dass diese Taten Ausdruck meiner Verzweiflung und meines Schmerzes waren. Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Vergangenheit, denn sie hat mich geformt und mir gezeigt, wie wichtig es ist, Kontrolle über mein Leben zu gewinnen.
Mit 15 Jahren konnte ich endlich das System verlassen. Endlich hatte ich die Freiheit, selbst Entscheidungen zu treffen. In dieser Phase meines Lebens begann ich zu streamen. Ich hatte kaum Freunde, fühlte mich oft unverstanden und allein. Gaming, Streaming und das Internet wurden mein Zuhause, meine Flucht und gleichzeitig meine Leidenschaft. Hier konnte ich meine Kreativität ausleben, mich selbst entdecken und einen Platz finden, an dem ich akzeptiert wurde.
Die Beziehung zu meiner Familie war nie einfach. Konflikte, Missverständnisse und fehlende Unterstützung begleiteten mich lange. Doch diese schwierigen Erfahrungen haben mir Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Resilienz gegeben. Sie haben mir beigebracht, dass ich meinen eigenen Weg finden muss – egal wie steinig er ist.
An meinem 18. Geburtstag bin ich ausgezogen, voller Hoffnung, eigenständig zu leben. Doch ich war noch unerfahren im Umgang mit Geld und machte viele Fehler. Ich verschuldete mich extrem über Klarna und PayPal, was dazu führte, dass ich stark verschuldet war. Nach dieser schwierigen Phase kehrte ich wieder in das Haus meiner Eltern zurück, um mich zu sammeln und wieder auf die Beine zu kommen. Diese Erfahrung hat mir noch einmal deutlich gezeigt, wie wichtig Planung, Verantwortung und Geduld sind.
Mit der Zeit entwickelte ich die Vision für das FYLA Network. Ich wollte einen Ort schaffen, den ich selbst als Kind gebraucht hätte: eine Community, in der Menschen sich sicher, respektiert und verbunden fühlen, egal woher sie kommen oder welche Vergangenheit sie haben. Ich wollte einen Raum schaffen, in dem Kreativität, Freundschaft und Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen – ein Ort, an dem jeder seine Stärken einbringen kann und jeder willkommen ist.
Die Reise war nicht einfach. Es gab viele Rückschläge, Enttäuschungen und Momente, in denen alles unmöglich erschien. Aber ich habe nie aufgegeben. Ich habe gelernt, dass Fehler und Niederlagen keine Endpunkte sind, sondern Lektionen, die uns stärker machen, wenn wir daraus lernen. Heute bin ich stolz darauf, was ich aufgebaut habe und dass ich Menschen helfen kann, die vielleicht ähnliche Schwierigkeiten durchleben, wie ich sie erlebt habe.
Das FYLA Network ist für mich mehr als ein Projekt. Es ist ein Symbol dafür, dass jede schwierige Vergangenheit überwunden werden kann, dass man selbst aus den dunkelsten Momenten etwas Positives schaffen kann. Ich möchte, dass jeder, der Teil unseres Networks wird, spürt, dass er hier akzeptiert, unterstützt und geschätzt wird.
Meine Botschaft ist klar: Egal wie schwer die Vergangenheit war, egal wie einsam man sich gefühlt hat – man kann immer neu anfangen, man kann immer etwas Eigenes aufbauen, und man kann immer einen Ort schaffen, an dem andere sich wohlfühlen. Das FYLA Network ist mein Weg, diese Vision Realität werden zu lassen – und jeder, der mitmacht, ist ein Teil dieser Geschichte.